Sonstige Berichte

 

Aufbruch in die nächste Dekade“ - Miltenyi Biotec-Preis 2019

 

Seit über zehn Jahren werden die besten Praktikumsarbeiten der Auszubildenden des Bildungsgangs: Staatlich geprüfte biologisch - technische Assistentin / Staatlich geprüfter biologisch - technischer Assistent (kurz BTA) mit dem Miltenyi Biotec Preis ausgezeichnet. Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit stellen die von den BTA-Schulen nominierten BTA-Auszubildenden im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung in den Räumen vom Miltenyi Biotec in Bergisch-Gladbach ihre Ergebnisse vor, die auf den von ihnen während eines mehr monatigen Betriebspraktikums durchgeführten Experimenten basieren.

In der Laudation der Nominierten betonte die Vorsitzende des Verbandes der Biologisch technischen Assistenten, Frau Dr. Lindemann, dass die Vielfalt der Arbeitsfelder, in denen die BTA-Auszubildenden tätig waren, nicht nur den enormen Aufbruch in den Life Sciences wiederspiegelt sondern auch einen Blick in den Spiegel der europäischen Forschungslandschaft ermöglicht. So berichtet die vom Hans Böckler Berufskolleg Marl nominierte Linda Küther über ihre Arbeiten an der Universität Stockholm über die Untersuchung der ATPase-Aktivität vom Arcadin-4 aus Pyrobaculum calidifontis bei verschiedenen Temperaturen. Ausgehend von dieser Forschung zum Stoffwechsel von thermophiler Archaeen, die in heißen Quellen vorkommen, konzentrierten sich die mit dem dritten Preis gewürdigte molekularbiologische Analyse von Finn Pribel vom Berufskolleg Olsberg und die immunhistologische Arbeit von Johanna Kampmann vom Maria Stemme Berufskolleg aus dem Bereich der Pathologie. Im Bereich des Qualitätsmanagement erhielt Nina Golob vom Berufskolleg Hilden des Kreises Mettmann-Europaschule für ihren Vergleich eines Analyseverfahrens, das manuell und mit einer Automatisierungsmaschine durchgeführt wurde,  den zweiten Preis. Alle Vorträge zeigten das exzellente fachliche Niveau der BTA-Ausbildung. Der Miltenyi Biotech Preises für die beste Praktikumsarbeit des Jahr 2019 wurde an Rebecca Moerschen vom Berufskolleg Hilden des Kreises Mettmann-Europaschule überreicht. Ihr gelang es das splicen von RNA durch regulatorische Proteine, wie HnRNP K und SRSF3, in seiner Bedeutung für die menschlichen Zellen nicht nur in der Praktikumsarbeit in der fachlichen Tiefe darzustellen sondern darüber hinaus formulierte sie ihre Ergebnisse allgemein verständlich vor dem Auditorium aus Mitglieder der Fachkommission, Unternehmensvertretern sowie Eltern und Freunden in einem auf zehn Minuten beschränkten Vortrag.

Es ist nicht überraschend, dass alle Preisträger einen Studienplatz oder Arbeitsvertrag sicher haben. Allein die Miltenyi Biotec GmbH plant im nächsten Jahr über 400 Fachkräfte im dem Unternehmen neu einzustellen. Daher werden BTA auch in Zukunft gesuchte Fachkräfte sein. Schließlich bleibt zu hoffen, dass die Vielfalt der Praktikumsarbeiten und der Aufbruch in den biologischen Laboren, den die BTA-Auszubildenden mit ihren Arbeiten mittragen, auch in den nächsten Dekaden breiter in der Öffentlichkeit gewürdigt wird. Denn ohne die von BTA erfolgreich in die Praxis umgesetzten Forschungsansätze, wird ein Aufbruch in die von Klimawandel und Digitalisierung geprägte Zukunft kaum realisiert werden können.

 

PD Dr. Hartmut Böhm

 



Das Foto zeigt die bundesweit Nominierten und Preisträger des Miltenyi Biotec Preises 2019 mit den Betreuern der entsprechenden BTA-Schulen.

 

„Forschergeist in der BTA-Ausbildung“ - Miltenyi Biotec-Preis 2016

 

Im „Stammsitz“ der Miltenyi Biotec GmbH in Bergisch Gladbach fand bereits zum achten Mal die Verleihung des Miltenyi Biotec-Preises statt. Der vom Unternehmen ausgeschriebene bundesweite Wettbewerb prämiert hervorragende Praktikumsarbeiten von Biologisch-technische Assistenten (BTA) in der beruflichen Ausbildung. Dabei werden die Gewinner für ihre hervorragenden Leistungen mit finanziell dotierten Preisen belohnt. Initiatoren des Wettbewerbs sind der Verband Biologisch-technischer Assistenten (VBTA) und der Arbeitskreis Biologisch-Technische Ausbildung im Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin (VBIO) in Deutschland.

In diesem Jahr reichten deutschlandweit 17 Auszubildende aus 10 BTA-Schulen ihre Arbeiten ein, die sie nach einem mehrwöchigen Betriebspraktikum in Deutschland oder im europäischen Ausland angefertigt haben. Die Themen spiegeln die Vielfalt der modernen Methoden in der Forschung und Entwicklung in den Life sciences wieder. Die Qualität der vorgestellten Projektarbeiten machte es der Fachjury, die sich aus Vertretern der BTA-Berufsfachschulen und Miltenyi Biotec-Mitarbeitern zusammensetzt, nicht einfach, eine Rangfolge unter den Nominierten festzulegen.

Die auf Rang 1 – 8 platzierten Nominierten stellten im Rahmen einer Feierstunde ihre experimentellen Arbeiten in einem Kurzvortrag vor Eltern und Freunden sowie Vertretern aus den BTA-Berufsfachschulen und Unternehmen vor. „Das hohe Niveau ihrer vollschulischen, beruflichen Ausbildung beweisen die Nominierten dadurch, dass sie in der Lage sind, komplexe Sachverhalte strukturiert und verständlich zu präsentieren“, betont Prof. Dr. Uwe Heinlein, Head of Corporate Communications bei Miltenyi Biotec. „In den lebendigen Vorträgen über ihre spannenden, wissenschaftlichen Resultate wird sichtbar, mit wieviel Motivation und „Forschergeist“ die BTA-Absolventen ihre Projekte verfolgen“ ergänzt Stephan Wahle, Sprecher der Gutachterkommission. Zur Präsentation ihrer Arbeit nahmen die Nominierten auch weite Anfahrtswege in Kauf, nicht nur aus allen Ecken Nordrhein-Westfalens, sondern auch aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Baden-Würtemberg reisten die Referenten an.

Den ersten Platz belegte Rebecca Andrea Nordmeier von der Elisabeth-Knipping-Schule in Kassel für ihre Arbeit zum Thema „Aminozuckerbestimmung von Böden aus den Alpen mittels HPLC“. Ziel ihrer Arbeit an der Universität Kassel war es, mithilfe der Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie den quantitativen Gehalt an Aminozuckern im Boden zu ermitteln. Da sich darüber die bakterielle und pilzliche Biomasse bestimmen lässt, ergeben sich so letztendlich Rückschlüsse auf die Bodenqualität.

Ronja Kuhn von der Rheinischen Akademie Köln gGmbH erhielt den zweiten Preis für ihren „Nachweis zu allelopathischen Effekten von Sida hermaphrodita auf Lepidium sativum“. In ihren am Forschungszentrum Jülich durchgeführten Experimenten konnte sie belegen, dass ein Extrakt aus Organen der Malvenpflanze Sida hermaphrodita, einer potentiellen Energiepflanze, Einfluss auf das Längenwachstum von Spross und Wurzel der Gartenkresse hat.

Von den Sabine Blindow-Schulen in Hannover kam die drittplatzierte Carla Schmutte. Sie arbeitete in der Wattenmeer-Station des Alfred-Wegener-Instituts auf Sylt am „Monthly-Monitoring von Miesmuscheln“. Ihre Untersuchungen dienen dazu, den Einfluss der Parasiten Mytilicola intestinalis/orientalis auf das Wachstum- und die Vermehrungsraten von Miesmuscheln im norddeuschen Wattenmeer zu bestimmen. Der Rückgang dieser für das Nahrungsnetz des Wattenmeeres wichtigen Muschelart wird seid Jahren beobachtet.

„Die hier sichtbaren breiten Fach- und Methodenkenntnisse der BTA machen sie zu unentbehrlichen Mitarbeitern in Forschung, Entwicklung und Diagnostik“, bekräftig Dr. Nicole Lindemann, erste Vorsitzende des VBTA. Sie zeichnete alle Nominierten mit einer einjährigen kostenfreien Mitgliedschaft im Verband der Biologisch-technischen Assistenten aus.

Zum ersten Mal wurden in diesem Jahr auch die Berufsfachschulen der Nominierten ausgezeichnet. Sie erhielten eine gemeinsam vom VBTA und von Miltenyi unterzeichnete Urkunde, die ihnen die erfolgreiche Teilnahme am bundesweiten Wettbewerb zum Miltenyi Biotec Preis bescheinigt und das hohe Engagement in die biologisch-technische Ausbildung auszeichnet.

 

Nominierte:

Isabel Siepe (Berufskolleg Olsberg), Frederike Knipp (Hans Böckler Berufskolleg Marl), Karolina Schlegel (Berufskolleg Hilden des Kreises Mettmann), Carla Schmutte (Sabine Blindow Schulen Hannover), Rebecca Andrea Nordmeier (Elisabeth Knipping Schule Kassel), Laura Kunz (Elly Heuss Knapp Schule Neumünster), Ronja Kuhn (Rheinische Akademie Köln), Dominik Groß und Theo Herzog (Jörg Zürn Gewerbeschule Überlingen).

 

Nicole Lindemann